Lehren aus der Jahrhundertwelle
Bis Ende 2005 will die UNO im Indischen Ozean ein Frühwarnsystem aufbauen. Aber modernere Kommunikationskanäle wie SMS wären laut den Gästen des heutigen Presseclubs nicht geeignet.

In Europa lassen wir uns über Handys und (in Zukunft) Internet warnen. Und Wecker mit Katastrophenalarm wollen verhindern, dass wir im Schlaf überrascht werden.

Sowas käme aber nur den Touristen zugute und man müsse ja auch erst feststellen welche Handybesitzer sich in den betroffenen Gebieten aufhalten, hieß es im Presseclub auf eine Zuschauerfrage.

Ich denke wenn wir Milliardenbeträge nach Notfällen ausgeben wollen anstatt im Vorfeld in Infrastruktur und Bildung zu investieren machen wir irgendwas falsch. In Deutschland wollen Versicherungen in Zukunft die Kosten für individuell konfigurierbare Frühwarnsysteme bei Unwettern tragen. Offenbar rechnet sich dies durch die vermiedenen Sachschäden. Diese vorausschauende Kalkulation sollte aber auch bei "unversicherten" Menschenleben angewendet werden. Die Kosten für moderne Warnsysteme können doch nicht so hoch sein.

"Es ist grotesk wie viele Menschen in Deutschland bei Unwettern sterben."
Jörg Kachelmann (Quelle)

Die Betreiber der GSM-Netze sind jedenfalls sicher in der Lage, gezielt aktive Handys einer Region aufzulisten. Das größere Problem ist doch eher zu verhindern, das irgendwelche Kiddies gefälschte Katastrophenwarnungen en masse versenden.

Sicher können die Menschen vor Ort am besten beurteilen welche Präventivmaßnahmen praxisnah sind. Moderne für Europa entwickelte Systeme sind nicht automatisch die beste Lösung für den Rest der Welt. Auch haben viele Länder der Dritten Welt ganz andere Probleme als effiziente Kommunikation. Langfristig müssen wir aber aufpassen, nicht am falschen Ende zu sparen.

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